Mittwoch, 16. Januar 2008

Tee-Entspannung am Arbeitsplatz



Wer sich schon einmal auf das Abenteur eingelassen hat, einen Earl Grey zu finden welcher in der Lage ist aus einem stressigen Arbeitstag einen angenehmen Tee-Nachmittag zu mache, wird meine Erkenntnisse zu schätzen wissen.

Nach langen Probieren bin ich auf den Earl Grey aus der "Light Traditional"-Serie bekannten englischen Herstellers gestoßen. Er kommt ursprünglich aus Indonesien, und ist als kleines Blatt lose und im Beutel erhältlich. Der Hersteller gibt eine mittlere Stärke, und die Zugabe einer geringen Menge Bergamot-Öls an.

Auf grund der einmaligen Erfahrungen bei der ersten Probe, möchte ich das Erlebte nicht für mich behalten, sindern versuchen anderen Tee-Genießer einige Impressionen zu vermitteln.

Die Vorbereitung
Wie allerseits bekannt ist, muss die zu verwendende Tee-Tasse vor dem Aufbrühen mit heisem Wasser ausgespült, und schnell trocken gerieben werden. Erst danach darf der Tee in die Tasse gegeben und mit heißem Wasser aufgebrüht werden. Dieses Vorgehen ist wichtig, da der Aufguss für den Tee hierdurch weniger schockhaft von statten geht. Würde die Tasse vorher nicht mit heißem Wasser ausgespült, wäre die Temperaturveränderung für den Tee zu agressiv, und der Tee absolut ungenießbar. Das Trockenreiben soll sicherstellen, dass die Geschmacksstoffe des Tees erst durch das Brühwasser aus dem Tee gelößt werden.

Taste one, first flush
Für das Aufgießen wird Wasser mit einer Temperatur von 85 - 90°C verwendet. Der getestete Earl Grey ist diesbezüglich also sehr flexibel. Um den Genussgrad zu erhöhen sollte hierfür Wasser mit einer besonders hohen Quallität verwendet werden.

Der Aufguß muss nun, je nach gewünschter Stärke, 4 - 5 Minuten ziehen. Die Tasse sollte nun während des ziehens nicht bewegt werden. Solange das Wasser nicht verwirbelt wird, werden dei Geschmacks- und Farbstoffe langsam und schonden aus dem Tee gelöst werden. Vor allem aber erreicht die geschmackliche Harmony des typische Early Grey-Geschmacks und des Bergamot Öls seinen Höhepunkt.

Nach ablaufen der Brühzeit ist der Tee dem Brühwasser zu entnehmen. Jetzt sollte der Aufguß einmal kräftig umgerührt werden. Die Zugabe von Milch oder Zucker sollte auch erst nach dem Umrühren stattfinden, damit erstmal ein unkonterminierter Aufguß entstehen kann.

Der erste Schluck
Der erste Eindruck ist absolut athemberaubend. Eine kräftige, aber doch milde Note umspielt meinen Gaumen. Leicht rauchig, waldig, animalisch. Sofort ist eine angenehme Wärme zu spüren. Die kräftige Note wird nach und nach von einem leichten Zitrus-Geschmack verdrängt, und vermischt sich mit dieser zu einer wahren Synfonie Geschmäckern. Ich schließe meine Augen, und sofort kommen mir Bilder von grünen Frühlingswiesen in den Gedanken, auf der kleine weise Blümchen wie die Sterne am Himmel leuchten. Einige bunte Schmetterlinge fliegen umher, während lachende Kinder hinter ihnen her laufen. Eine sanfte Briese streichelt mein Haar, und ich hab ein Gefühl als würde mir jedliche Last von der Schultern genommen. Ich lasse den ersten Schluck langsam meinen Hals hinuntergleiten. Beim Schlucken beweist der Tee ein leicht kremiges verhalten; erscheint noch mehr von sich geben zu wollen, und so verbleit ein würzig-süßer Geschmack im Hals, welcher mir noch für ein paar Minuten die Möglichkeit gibt an den schönen gedanken festzuhalten.

Epilog
Der zweite und dritte Schluck bringen ein ähnliches Ergebniss, welches mich dazu bringt ein wenig die Zeit zu vergessen. Die bringt den Erfolg mit sich dass ich zwar sehr entspannt bin, diese Entspannung aber mit den Worten "Hier, eine Abmahnung!", und einem Blick in das verzerrte Gesicht meines Chefs, leider ein schnelles Ende...

Der Tee ist aber wärmstens zu empfehlen.

Bild: Stephanie Asher (Bildlizenz)

1 Kommentar:

Gerlinde hat gesagt…

Also ich trinke sehr gerne Tee bei der Arbeit. Das holt mich dann immer etwas von dem Stress herunter. Und es macht meinen Arbeitsplatz bei der Webconomy viel entspannter :)

lg Gerlinde